Ist Google Buzz das nächste große Ding?

In: Allgemein

11 Feb 2010

Tja, jetzt ist es soweit und auch noch Google mit im Konzert der Microblogging-Dienste. Wenn das ZDF seinen Senf dazugeben kann, dann möchte ich meine Meinung auch nicht verbergen.

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Was hat es mit Google Buzz auf sich?

Am 09.02.2010 stellte Google seinen neuen Service vor und bestückte seine Kunden mit bestehenden E-Mail-Account um einen weiteren Button “Buzz”. Hinter diesen Button verbirgt sich ein Microblogging dienst à la Twitter und Friendfeed. Man kann kurze Textnachrichten veröffentlichen und andere Kommentieren, so dass sich aus jeder Textnachricht ein kleines Gespräch entwickeln kann.

Die drei Fallen des Heute-Journals

Die Blogosphäre sieht das ganze (vorsichtig asugedrückt) zwiespältig und auch das seriöse heute-Magazin formuliert drei “Fallen” des neuen Dienstes:

  • Ohne Facebook wenig Chancen
  • Auf Wiedersehen, Datenschutz
  • Nichts Neues im Angebot

Okay, dass man ohne Facebook wenig Chancen auf dem Markt hat, sehe ich ja ein. die Frage ist nur, wie sich Googles Markt genau definiert.

Dass Datenschutz in einer Nachricht im Zusammenhang mit Google immer ganz gut kommt, weiß auch der Redakteur vom heute-Journal. Dass dann aber angefügt wird, dass es so bedrohlich sei, dass Google die bestehenden Googlemail-Kontakte automatisch NACH ZUSTIMMUNG zu freunden umwandelt, halte ich für höchst fragwürdig.

Dann wird der Fall skizziert, dass eine Ehe zerbricht, weil die Ehefrau den Kontakt Ihres Mannes zur Ex via Buzz entdeckt. Naja, wer so argumentiert, kritisiert sicher auch die vielen Blogs , die so im Internet umherrschwirren. Meine Meinung ist, dass man sich im Internet im klaren sein muss, dass die Information öffentlich zugänglich ist. Das gilt sowohl für einen Eintrag in einem “nicht-öffentlichen” Forum (auch hier kann sich doch jeder registrieren) als auch für eine E-Mail.

Viele Nachrichtenmagazine berichten über den großen Angriff auf Facebook. Dafür reicht Buzz auch mit den Bestandskunden aus GoogleMail (GMail) sicher nicht aus, jedoch muss man hervorheben, dass sich Buzz ganz bestimmt bald über eine Anwendung in Facebook integrieren lässt. Sofern Google seine API, wie angekündigt, weiter öffnet, wird man sicher auch bald Facebook-Meldungen auf Buzz publizieren können, so dass sich die Systeme nahezu vollständig koppeln lassen.

Warum dann aber ein weiterer Dienst?

Der Herr Ipsen weiß, dass ich ein Google-Fan bin, aber dass der Schachzug Buzz in GMail zu integrieren nicht von schlechten Eltern ist, muss selbst der größte Kritiker zugeben. Statusmeldungen machen doch gerade bei der zentralsten aller Anwendungen, dem Mail-Postfach, sinn. Google versucht damit, die “Normalos” fürs microblogging zu gewinnen.

Ob das in Deutschland gelingen wird, ist dennoch fraglich. Vieles wird davon abhängen, inwiefern sich Googlemail hierzulande durchsetzt und den normalen Nutzer erreicht. Wenn jemand GMail nutzt, warum sollte er dann auf Buzz verzichten um beispielsweise interessante Links zu publizieren.

Schließlich ist Buzz kostenlos und beileibe kein Zwang. Ich glaub, dass das in der Diskussion über die “Datenkrake” Google häufig vergessen wird.

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